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Riga - ein lohnendes Ziel [18.07.2014]

30 IHC Mitglieder und Gäste begeistert von der Tour mit dem „IHC NetzwerkF – Frauen im IHC

Kenner schwärmen vom „Paris des Nordens“, Historiker verweisen auf eine ereignisreiche wie wechselvolle Geschichte, der man auf Schritt und Tritt begegnet. Riga ist die Hauptstadt von Lettland und das ideales Ziel für eine Städtereise. 30 IHC Mitglieder und Gäste erlebten bei der Tour mit dem „IHC NetzwerkF – Frauen im IHC“ eine moderne Metropole, die es schafft, das Erbe aus der Hansezeit, aus der Ära des Jugendstils und aus der Zeit der sowjetischen Dominanz zu wahren – und zu überwinden. 2014 ist Riga Kulturhauptstadt Europas. Anna Muhka, in der Stiftung Riga 2014 verantwortlich für das internationale Marketing und die Kommunikation, erläuterte den Gästen aus Ostwestfalen-Lippe das Konzept des Jahres, das mit Highlights gespickt ist. Auffällig die geballte Kraft kreativer Ideen, die wenig kosten, aber beeindruckende Wirkung erzielen. Botschafterin Andrea Wiktorin empfing die IHC Frauen in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland. Der Blick aus der ersten Etage fällt auf das monumentale Freiheitsdenkmal, das in den 1920er Jahren aus Spenden Rigaer Bürger finanziert wurde. 1918 hatte Lettland nach dem Sturz des Zaren und der Oktoberrevolution seine Unabhängigkeit erklärt. 1939 sorgte das geheime Zusatzprotokoll im Hitler-Stalin-Vertrag dafür, dass das gesamte Baltikum der Sowjetunion unterstellt wurde. 1940 folgte die Umgestaltung in eine sozialistische Sowjetrepublik. Rund 65.000 Baltendeutsche kehrten „heim ins Reich“, nach 700 Jahren war die deutsche Geschichte beendet. Nur drei Jahre später begann eine vierjährige grausame Herrschaft der Nazis, die die gesamte jüdische Bevölkerung ausradierten und Riga zur Durchgangsstation westdeutscher Juden machten. So sind im 2010 eröffneten Rigaer Ghetto und Holocaust Museum die Namen der Jüdinnen und Juden dokumentiert, die am 13.12.1941 auf die lange Reise aus Münster, Osnabrück und Bielefeld nach Riga geschickt wurden; nur wenige überlebten den Transport. 1991 wurde Lettland wieder ein unabhängiger Staat. 2004 wurden die baltischen Staaten Mitglieder der NATO und der EU. 2014 wurde in Lettland der Euro eingeführt. All dies, so Botschafterin Wiktorin, sind auch politische Entscheidungen der Letten gewesen, um ihre Unabhängigkeit abzusichern. Auf die großen wirtschaftlichen Verflechtungen der Baltischen Staaten mit Deutschland und der EU verwies Ginta Petra, Büroleiterin der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen. Ein Besuch im Designstudio der Unternehmerin Laima Kaugure bestätigte diese Erfahrungen im Businessleben. Die touristischen Führungen durch die zauberhafte Altstadt und das beeindruckende Jugendstilviertel, das ausgezeichnete Essen in Restaurants unterschiedlicher Ausprägung und Preiskategorie sowie die mehr als 60 Amateur-Chöre der 8. World Choir Games, die die Stadt im Juli 2014 auf den vielen Plätzen und in den schönen Parks zum Klingen brachten, erfreuten die deutsche Reisegruppe täglich von Neuem. Ein weiteres Highlight war die „LiteraTour“-Stadtführung mit Matthias Knoll. Der in Berlin und Riga lebende Lyriker und Übersetzer von Werken lettischer Schriftsteller ließ Vergangenheit und Gegenwart zu einem Puzzle vieler interessanter Eindrücke verschmelzen. Das Fazit nach vier Tagen Riga, die mit einem Ausflug in das Ostseestrandbad Jurmala endeten: Riga ist eine tolle Stadt! Text: Susanne Schaefer-Dieterle / Fotos: Irmgard Lösekann

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