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IHC Frauen in Warschau: Empfang beim deutschen Botschafter [12.09.2013]

Vier Tage Warschau – ein atemloses Eintauchen in eine Welt scharfer Kontraste. Hier die moderne, nun westlich orientierte Weltstadt mit 2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Imposantes Bankenviertel, High Speed in vielen Branchen, beachtliche Wachstumsraten, in wenigen Jahren hochgeschossene Büro- und Wohntürme, die als Symbol für den Wandel in Polens Hauptstadt stehen. So der spektakuläre Wohnturm Zlota von Daniel Libeskind. 54 Geschosse, 250 Luxus-Appartements, angeblich aktuell mit 20.000 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Wirtschaftswunder auf Polnisch. Auf der anderen Seite: Immer wieder Erinnerungen an die komplette Zerstörung Warschaus im Zweiten Weltkrieg. Der Überfall der deutschen Wehrmacht 1939. Überall Gedenktafeln und Mahnmale. 1943 der Aufstand im jüdischen Ghetto; vor dem Denkmal der Ghettohelden kniete Bundeskanzler Willy Brand 1970 nieder. 1944 dann die verzweifelte Erhebung der polnischen Heimatarmee, den die deutsche Besatzungsmacht niederschlug. Anschließend zerstörte sie systematisch die komplette Altstadt. Der Besuch im Museum des Warschauer Aufstandes macht den Heldenmut der Stadtbevölkerung sichtbar. In den 1950-er Jahren wurde die Altstadt originalgetreu wieder aufgebaut und ist heute UNESCO Weltkulturerbe. Vier Tage Warschau – das waren für die 27 Teilnehmerinnen an der IHC Reise vier Tage mit einem intensiven Programm, das interessante Vorträge und Begegnungen bot, gleichzeitig Raum für Spaß und Genuss ließ. Magdalena Rokosz, Vorstandsmitglied der DZ Bank Polska, lieferte bei einem Empfang in ihrer Bank die wesentlichen wirtschaftlichen Rahmendaten des Landes, das sich als Brücke zwischen Ost- und Westeuropa positioniert. Bereits seit 1999 ist Polen Mitglied der NATO, seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Der Beitritt zur Euro-Zone ist feste Absicht. Maria Montowska, Mitglied der Geschäftsführung der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer, berichtete über die Kammerbemühungen, in Polen ein System der dualen Ausbildung nach dem Vorbild Deutschlands zu etablieren. Das Land leidet unter der „Über-Akademisierung“ der jungen Bevölkerung. Mit teils abstrusen Folgen, die auch von Deutschland mitverursacht werden. In Polen herrscht akuter Mangel an Pflegekräften, die vielfach in Deutschland arbeiten. Wohlhabende Familien in Polen beschäftigen daher Ukrainerinnen, die mit einem dreimonatigen Besuchsvisum einreisen und – großzügig geduldet – schwarzarbeiten. Dies war nur eine von vielen Alltagsschilderungen, die die IHC Frauen von Heike Rosener bekamen, die mit ihrer Familie seit 2002 in Warschau lebt. Die Ex-Bertelsmann-Managerin ist heute CEO des finnischen Medienunternehmens Sanoma Media und managt von Warschau aus neun osteuropäische Märkte inklusive Russland. Auch an den Abenden erlebten die Unternehmerinnen aus OWL Kontraste. Ein bierseliger Abend im Restaurant Folk Gospoda brachte ganz eindeutig den Beweis, dass niemand eine Gaststätte hungrig verlassen muss. Edle Vornehmheit am Abend darauf im Amber Room im Sobanski Palast im Botschafterviertel, unweit des Regierungssitzes. Das Anwesen ist im Besitz des exklusiven Polish Business Roundtable Club – der Vergleich mit dem IHC ist gewagt, inhaltlich aber korrekt. Externe Gäste werden nur selten begrüßt, daher freuten sich die Frauen aus OWL ganz besonders auf den Abend im Michelin-gekrönten Restaurant. Vier Tage Warschau – der IHC bedankt sich bei der Leiterin des IHC Regionalkreises Gütersloh, Gisela Kerger. Sie hatte mit ihrem Unternehmen KORONA diese Reise des IHC NetzwerkF – Frauen im IHC umsichtig bis ins Details geplant und verantwortet. Text: Susanne Schaefer-Dieterle

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